Erwachsene müssen sich ihrer Verantwortung stellen

Richtiger Umgang mit Hunden fängt schon im Kleinkindalter an

Kleiner Hund ist auch Hund

Auch ein kleiner Hund kann beißen.

Ein Sturz kann schnell ins Auge gehen

Kind fällt auf Hund

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Zwei Freunde

Kinder und Hunde

Dass viele Kinder sehr aufgeschlossen gegenüber Tieren sind, ist jeden bekannt.

Kinder haben wenig Lebenserfahrung und verhalten sich gegenüber Tieren oftmals sehr unvorsichtig. Schnell kann es dazu kommen, dass Gefahren unterschätzt werden oder auf die Signale/Körpersprache der Tiere einfach nicht geachtet wird. Ein Kind ist neugierig und wird nicht zuletzt durch Medien dazu animiert, dass es jetzt genau dieses Tier anfassen, gar streicheln muss.

Ich möchte an dem Beispiel Hund erklären, wie Sie als Eltern Ihren Kindern erklären können, dass sie genau diesen Hund nicht streicheln sollen. Zum Schutz unserer Kinder tauchen sie mit mir, in ersten Ansätzen, in die Welt der Hundesprache ein. Denken Sie bitte immer daran, dass „Hunde, die bellen, beißen nicht.“ ein Sprichwort ist, welches nicht unbedingt zutreffend ist.

Jeder sollte wissen, dass bellende Hunde in erster Linie mit uns sprechen. Die verbale Kommunikation ist nun einmal dem Hund nur so möglich. Ins Auge fassen sollte man aber nicht nur die verbale Kommunikation des Hundes. Ein Hund zeigt seine Stimmung auch über die Körpersprache. Also das, was wir nicht hören. Ein Hund, welcher mit dem Schwanz wedelt, meint es nicht immer gleich freundlich. Die Rutenposition, das steifbeinig wirkende Aussehen des Hundes, ist beispielsweise ein Hinweis dafür, dass sich der Hund derzeit stark angespannt fühlt. Bewegt ein Vierbeiner sich gar nicht und steht regelrecht starr herum, dann sollte ein Kind auf keinen Fall diesen Hund streicheln. Tiefste Anspannung wird gezeigt.

Auch wenn der Besitzer mitteilt, dass der Hund sich freut, da er ja mit dem Schwanz fast senkrecht stehend und mit langsamer Intensität wedelt. Dieser Hund wird niemals angefasst. Leider fällt immer wieder auf, dass viele Hundebesitzer die Sprache ihres geliebten Vierbeiners nicht einschätzen können. Haben Sie als Elternteil auch nur den Ansatz eines unbehaglichen Gefühls, dann verbieten Sie ihrem Kind das Streicheln des fremden Hundes. Unser Bauchgefühl wird in der schnelllebigen Zeit, in der wir uns befinden, oftmals vernachlässigt. Das Bauchgefühl ist aber dass, was uns oftmals vor Gefahren warnt und uns oder gerade unsere Kinder vor Verletzungen und Schlimmeres bewahrt.

Eines der wichtigsten Punkte im Streicheln von fremden Hunden stellt das Fragen des Besitzers dar. Einfach an den Hund heranstürmen und diesen regelrecht mit freudigen Emotionen überfallen, kann einen Vierbeiner plötzlich stark verunsichern und somit ist dieser angehalten, sich zu schützen. Wird ein Hund urplötzlich gestreichelt, dann erfolgt im Vorfeld keine Kommunikation mit dem Hund. Der Vierbeiner hatte nicht die Möglichkeit den Menschen einschätzen zu lernen. Genauso handeln leider viele Kinder, weil sie noch sehr unbefangen sind.

Wenn der Hundebesitzer Ihren Kindern mitteilt, dass sich der Hund nicht gern von fremden Menschen streicheln lässt, dann müssen sich diese auch unbedingt daran halten. Ein Verbot des Besitzers ist bindend.

Ist kein Hundebesitzer in der Nähe und ein Vierbeiner läuft somit herrenlos herum, dann wird dieses Tier niemals gestreichelt oder auch angesprochen. Der Kontakt mit einem herrenlosen Hund muss von Kindern unbedingt vermieden werden. Besser wäre, wenn Kinder diesen aufsichtslosen Hund erwachsenen Menschen melden, damit diese weitere Schritte einleiten können.

Ich gebe Ihnen hiermit einen Leitfaden an die Hand und würde mich sehr freuen, wenn dieser hilft, dass Beißunfälle zukünftig durch das Einhalten benannter Regeln gar nicht erst entstehen.

Wie erklären Sie ihrem Kind das Annähern an einen fremden Hund?

Das Wichtigste im Umgang mit fremden Hunden ist die korrekte Annäherung. Dem Voran steht die Erlaubnis des Hundebesitzers, dass der Vierbeiner gestreichelt werden darf. Eine Annäherung hat immer von vorn zu erfolgen und auch hierbei sollte im leichten Bogen auf dem Hund zugegangen werden.

Ein direkter, frontaler Schritt zum Hund, kann durchaus als Bedrohung gewertet werden. Ihr Kind sollte langsame und keine hektischen Bewegungen zeigen. Niemals den fremden Hund von hinten unverhofft streicheln, da er sich durchaus erschrecken kann. Erschrickt ein Hund, dann kann es plötzlich zu einer „Kurzschlusshandlung“ kommen und der Vierbeiner beißt zu.

Ein fremder Hund sollte nicht angeschrien oder mit einem Berg an Emotionen überfordert werden.

Ihr Kind sollte langsam die Hand nach dem Hund ausstrecken und ihn erst einmal schnüffeln lassen. Hat der Hund sich einen ersten Überblick verschafft, dann heißt es aber noch lange nicht, dass ich auf dem Hund freudig Einklopfen muss. Hunde mögen dieses nicht unbedingt, zumindest nicht immer von fremden Menschen.

Was niemals erfolgen darf, ist das Ziehen an der Rute des Hundes. Die Rute ist sehr empfindlich und ein Ziehen verursacht Schmerzen, was dann wiederum das Aggressionsverhalten des Hundes auslöst. Ein Hund dem Schmerzen zugeführt werden, wird sich zu verteidigen wissen. Gerade aus dem Bereich des Selbstschutzes, beißen Hunde statistisch gesehen am häufigsten zu.

Hat sich der Hund nun einen Überblick verschafft, dann kann der Kopf seitlich gestreichelt werden. Es sollte nicht hektisch auf dem Kopf gestreichelt werden. Erst seitlich und langsam streicheln. Hunde mögen es, wenn sie im Brustbereich leicht gekrault werden.

Ist dieser erste Kontakt ruhig und strukturiert umgesetzt worden, dann kann ihr Kind durchaus die Hundeseele erobern und Schritt für Schritt auch vom Hund Herz erwarten.

Ich möchte noch ein Abschlusswort zu diesem Thema mitteilen. Das menschliche Verhalten gegenüber einem fremden Hund ist nicht von der Hunderasse abhängig. In meiner Tätigkeit als Hundepsychologe und Sachverständiger für Ordnungsbehörden habe ich es mit sehr vielen unterschiedlichen und auch kraftvollen Hunderassen zu tun. Es gibt auch kleine, sehr niedliche Hunde, welche beispielsweise aggressiv gegenüber Kindern sein können.

In erster Linie sind Erfahrungswerte des Hundes dafür verantwortlich, ob er Kinder mag oder nicht. Ein sogenannter „Kampfhund“ kann ein größerer Kindernarr sein, als beispielsweise ein Labrador.

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